Wickensen Kultur
Wickensen Kultur

Historie

Der alte Amtshof Wickensen entstand 1542 als Justiz-, Wirtschafts- und Verwaltungssitz der Braunschweiger Herzöge, als die Homburg im Betrieb zu mühsam wurde und die Bedeutung der Burgen insgesamt nachließ. Steine und Gebälk der verfallenden Burg wurden damals als Baumaterial für die zwei einander gegenüberliegenden Hauptgebäude verwendet, die mit einem Übergang verbunden und von einem Wassergraben umgeben waren. Die Anlage wurde über eine Zugbrücke betreten. Im heute erhaltenen Herrenhaus waren einige besonders wertvoll ausgestaltete Räume dem Fürsten vorbehalten.

Über die Jahrhunderte wurde Wickensen mehrfach den jeweiligen Anforderungen und Bedürfnissen entsprechend um- und rückgebaut. Die Tür- und Fenstergewände aus rotem Sandstein, die heute das Aussehen des eindrucksvollen Herrenhauses prägen, stammen aus dem Jahre 1785, als umfangreiche Umbauten vorgenommen wurden. Mehrere wunderschöne Kartuschen über Eingangstoren, Fenstern und Kaminen stammen aus dieser Zeit.

Zur Zeit der napoleonischen Fremdherrschaft wurde das Königreich Westfalen gegründet und es kam schrittweise zur Aufteilung und Auslagerung der Funktionen. 1850 schließlich erfolgte auch die endgültige Verlegung der Verwaltung. Danach wurde Wickensen verpachtet.

1987 kauften Hermann und Renate Schüßler das Herrenhaus (Amtshaus) mit dem dazu gehörenden Park und restaurierten es liebevoll gemeinsam mit den Söhnen Marcus und Matthias unter Aufsicht der Denkmalpflege.

Kaminabende am offenen Feuer - an denen Vertreter aus Wirtschaft und Kultur teilnahmen - und Werbeproduktionen für Kataloge fanden in der alten historischen Gutsküche statt.

1995 wurde der ehemalige Pferdestall der Domäne saniert und zu modernen Büros ausgebaut. Hier konnten Fortbildungen, technische Meetings und Workshops abgehalten werden. Auch wurden die Räume für diverse Ausstellungen genutzt, wie z.B. die Aufarbeitung der geschichtlichen Vorgänge der Region in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges.

Der sehr gepflegte Park rund um das Amtshaus, der im Stil eines klassischen Schloßgartens angelegt wurde, war mehrmals Hintergrund für Hochzeitsfotos junger Paare.

2012 fand die Präsentation von Bildern der freischaffenden Künstlerin Astrid Kellermann, München, statt. Diese Ausstellung war so erfolgreich, daß Familie Schüßler beschloß, von nun an regelmäßig Veranstaltungen jeglicher Art abzuhalten.

Schülerinnen der Musikschule Münster
Schülerinnen der Musikschule Münster

Als Herr Schüßler im März 2013 verstarb, beschlossen die inzwischen auch im Amtshaus ansässig gewordene Maike Alida Weiß gemeinsam mit Renate Schüßler Konzerte, Ausstellungen, Lesungen und Kurse zu veranstalten.

Die Musikschule Münster gibt jungen Harfenistinnen unter der Leitung von Eva Bäuerle-Gölz die Möglichkeit, im Amtshaus einen mehrtägigen Kurs zu besuchen.

Zum 31.12.2016 gab Frau Weiß ihre Wohnung im Amtshaus auf und zog in ein eigenes Haus nach Bodenwerder. Das Konzert des Orphelian Quartetts im März 2017 fand noch unter der gemeinsamen Betreuung von Frau Schüßler und Frau Weiß statt.

Alle ab dem 1. April 2017 stattfindenden Veranstaltungen werden von der Familie Schüßler wieder allein betreut.